Klaus G. Adam erhält die Ehrenbürgerwürde der Uni

Mainz - Öffentliche Auszeichnungen sind Klaus G. Adam eher unangenehm.

  • (Foto: fdsa)

Nun musste er dennoch ins Rampenlicht, um die Ehrenbürgerwürde der Johannes Gutenberg-Universität entgegenzunehmen. "Ich weiß, dass Herr Adam das, was jetzt kommt, nicht wirklich mag", meinte Uni-Präsident Georg Krausch anlässlich des Dies academicus in der Alten Mensa, "aber ich mag Herrn Adam. Ich werde versuchen, den Ball flach zu halten, aber ein bisschen muss er das jetzt aushalten."

Mit dem Dies academicus feiert die Universität alljährlich ihren Nachwuchs. "Wir ehren hier die Besten unserer jungen Wissenschaftler und damit unsere Zukunft", so Krausch. Gerade diese Zukunft hat Adam jahrzehntelang durch sein ehrenamtliches Engagement mitgestaltet. Grund genug, auch ihn an diesem Tag zu ehren.

Adam ist für die Uni ein wichtiges Bindeglied zu Wirtschaft und Geschäftswelt, aber auch zur Stadt Mainz. 1941 in Wiesbaden geboren, absolvierte er zuerst eine Banklehre. Es folgte die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer. 1990 bis 2004 war er Vorstandsvorsitzender der Landesbank Rheinland-Pfalz, dann kehrte er in seinen vorigen Beruf zurück. Bis heute sitzt Adam in verschiedensten Gremien.

Für die Mainzer Uni ist er seit 1990 im Kuratorium der "Freunde der Universität" tätig. Der Verein unterstützt die Hochschule seit 60 Jahren auch finanziell: Insgesamt flossen sieben Millionen Euro an Spenden in Forschung und Lehre.

1996 würdigte die Universität Adams Verdienste um die Förderung der Wissenschaft und Kunst mit der Diether-von-Isenburg-Medaille. 2001 kam die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hinzu. 2005 übernahm Adam den Vorsitz der "Freunde", daneben ist er auch Vorsitzender der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung.

Ein aktuelles Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt, ist die Errichtung der "Schule des Sehenes" auf dem Campus. Sie soll als ein Forum geisteswissenschaftliche Kreativität fördern. Die "Freunde" spendeten 250.000 Euro allein für diese Einrichtung.

"Die Ehrenbürgerwürde ist noch mal eine besondere Auszeichnung", bedankte sich Adam. Zugleich mahnte er, dass Staat und Gesellschaft sich ihrer Verantwortung für Forschung und Lehre bewusst sein müssten. In einer globalisierten Welt mit ihren ständig wechselnden ökonomischen Bedingungen sei dies für ein rohstoffarmes Deutschland das eigentliche Kapital.

Dieses Kapital wird sichtbar in den Dissertationen, die 2010 an der Mainzer Uni abgeschlossen wurden. Mit Preisen im Wert von 34.000 Euro zeichnen am Dies academicus Stiftungen und privatwirtschaftliche Initiativen, darunter auch die "Freunde der Universität", die besten Arbeiten aus.

Diesmal allerdings stand Klaus G. Adam mit im Mittelpunkt der Feier. "Es war mir ein besonderer sportlicher Ehrgeiz, das alles so zu machen, dass Sie nichts davon mitbekommen", beschied Krausch dem frisch gebackenen Ehrenbürger zum Abschluss. "Das war schwierig weil Sie sonst schon zwei Tage eher als alle anderen von den Dingen wissen."  Gerd Blase

Drucken E-Mail Share
0 Kommentare

Artikel

0 Kommentare
+ Textgröße -
Drucken Facebook / Twitter
E-Mail Share
Share on Facebook Facebook
Share on MySpace Myspace
Share on Delicious MeinVZ
Share on Google Google
Share on Reddit Reddit
Share on Digg Digg
Share on Delicious Delicious
Share on Mister Wong Mister Wong

Artikel bewerten

0.0
0,0 (0 Stimmen)