Frankfurt/Gießen - Studienanfänger zeigen großes Interesse an den Fächern zu islamischer Religion in Hessen, die es an den Universitäten Frankfurt und Gießen gibt.
Für den neuen Studiengang "Lehramt an Grundschulen mit dem Unterrichtsfach Islamische Religion" an der Universität Gießen haben sich 56 Interessenten beworben, wie eine Sprecherin der Universität sagte. Da lediglich 30 Plätze zur Verfügung stünden, finde ein Auswahlverfahren statt. Der Studiengang startet im Wintersemester.
Start im WS 2010/11
An der Universität Frankfurt haben sich 157 Studienanfänger für das Fach "Islamische Studien" eingeschrieben. Das zulassungsfreie Fach wurde im vergangenen Wintersemester mit 92 Studierenden gestartet. Der dreijährige Studiengang wird nur im Hauptfach angeboten und führt zum Abschluss Bachelor of Arts. Er verbindet nach Angaben der Universität die islamische Theologie mit geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen.
Das Frankfurter Studium der islamischen Theologie umfasst nach Angaben des "Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam" die klassischen Fächer wie Koranexegese, Haditwissenschaft, Islamisches Recht, Systematische Theologie und Geschichte des Islams sowie praxisbezogene Fächer wie Religionspädagogik, Sozial- und Gemeindearbeit. Dazu kommen die interdisziplinäre Islamforschung und die Gestalt des Islams in Europa und Deutschland.
In dem neuen Studiengang in Gießen werden neben den Grundwissenschaften und der Allgemeinen Grundschulpädagogik drei Fächer gelehrt: Deutsch, Mathematik und Islamische Religion. Die Studierenden werden erst ab Sommersemester 2012 im Fach Islamische Religion unterrichtet. Die Inhalte des Studiengangs müssen zunächst noch gemeinsam mit dem Runden Tisch zur Einführung islamischen Religionsunterrichts in Hessen und dem hessischen Kultusministerium festgelegt werden.
Zentrum für islamische Studien
In Gießen wird nach Auskunft des hessischen Wissenschaftsministeriums mit der Grundschul-Lehrerausbildung begonnen. Haupt-, Realschulen und Gymnasien sollen später folgen. Diese werden dann an der Universität Frankfurt angesiedelt sein.
Das Bundesbildungsministerium hat im Februar den Verbund der Universitäten Frankfurt und Gießen als Zentrum für Islamische Studien anerkannt. Die vier bislang anerkannten Zentren in Deutschland werden mit jeweils bis zu vier Millionen Euro. Die Zentren sollten Wissenschaftler, Religionslehrer, Vorbeter für Moscheen und in der Sozialarbeit Tätige ausbilden.