Mainz - Der neuen Kunstpädagogin Christine Heil ist die Nähe von Theorie und Praxis sehr wichtig: "Beide liefern mir wichtige Impulse für meine Arbeit", betont die Wahlmainzerin. Sie fühlt sich nicht nur an der Uni, sondern auch in ihrer Wohnung in der Neustadt bestens aufgehoben: "Meine Eltern sind Mainzer, deshalb ist mir die offene Art, der Humor hier sehr vertraut."
Ihre beruflichen Erfahrungen, die sie nach dem Studium an der Hamburger Uni als Lehrerin und Wissenschaftlerin sammeln konnte, machte Heil in Norddeutschland. Bevor sie nach Mainz kam, um als Kunstdidaktikerin angehende Lehrer auf den Kunstunterricht an Schulen vorzubereiten, hat sie an den Unis in Bremen, Oldenburg und Flensburg gearbeitet.
Um den Umgang mit der Bilderflut zu thematisieren, die heute zum Schulalltag gehört, bot die Professorin ein Handy-Seminar an. "Es ist interessant zu sehen, dass unter den Mainzer Studierenden einige so weit wie möglich auf elektronische Medien verzichten, im Gegensatz zu den Schülern", berichtet sie. Bei den Seminaren geht es häufig darum, aus praktischen Erfahrungen eigene ästhetische Schlüsse zu ziehen. Heil ist ein professioneller Ansatz beim Kunstunterricht sehr wichtig, den sie auch auf politischer Ebene stärker ins Bewusstsein rücken möchte, am liebsten bundesweit: "Da Kunst kein PISA-Fach ist, wird es an den Schulen oft vernachlässigt, dabei ist der Unterricht wichtig für Bildung und Entwicklung der Schüler."
Ganz konkrete Pläne hat Heil beim Thema Austausch über Kunstvermittlung: Sie möchte im Wintersemester in Mainz einen kunstpädagogischen Salon gründen. Ein anderer Wunsch hat sich bereits erfüllt: Mit dem renommierten Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe hat Heil eine Kooperation begonnen. Caroline Eva Gerner