Spannung in der "Drachengasse 13"

Mainz - Sein Maul ist voller spitzer Zähne, rot glühen seine Augen. Das Monster stinkt nach Schwefel und faucht schaurig sein "Chaaaaaccchhhh".

  • Perplies und Humberg treffen sich mit Freunden regelmäßig zum Mainzer Phantasten-Stammtisch in der Gaststätte "Rustika".

    (Foto: Harry Braun)

Der Nachtfresser geht um in Bonding. Die Stadtwache ist ratlos, Menschen, Zwerge und all die anderen Völker leben in Angst - bis die drei Freunde aus der Drachengasse sich aufmachen, dem Grauen ein Ende zu bereiten. Tomrin, Hanissa und Sando erleben ihre erstes großes Abenteuer in einer fantastischen Welt.

Mit "Drachengasse 13 - Schrecken über Bondingor" haben der Mainzer Christian Humberg und der Wiesbadener Bernd Perplies eine neue Jugendbuchreihe ins Leben gerufen - und sie haben gleich den zweiten Band mitgeliefert: "Drachengasse 13 - Geister aus der Tiefe". "Als Kinder mochten wir solche Serien wie ,TKKG' oder ,Die drei Fragezeichen'", erzählt Humberg, "so was wollten wir unbedingt auch machen."

Die beiden kennen sich seit ihrem Studium an der Mainzer Uni. Als Soloautoren können sie auf eine stattliche Zahl von Veröffentlichungen zurückblicken. Perplies, Jahrgang 1977, schrieb unter anderem die erfolgreiche Fantasy-Trilogie "Tarean" und arbeitet gerade an dem Romanzyklus "Magierdämmerung". Humberg, Jahrgang 1976, veröffentlichte ein ganze Reihe Heftromane, Fan- und Sachbücher, darunter den Band "50 Jahre Lego-Stein".

2008 wagten sich die beiden dann gemeinsam an das Abenteuerspielbuch "Das schleichende Grauen". "Da haben wir festgestellt, dass wir auch Belletristik zusammen schreiben können", sagt Humberg. Also machten sie sich an ein größeres Projekt: Sie schufen die Fantasy-Stadt Bondingor und ihre Bewohner.

Im Mittelpunkt der Serie stehen drei junge Helden: Der zwölfjährige Tomrin von Wiesenstein ist Sohn des Hauptmanns der Stadtgarde. Er ist mutig, stark und etwas zu draufgängerisch. Der dreizehnjährige Sando wuchs nach dem Tod seiner Eltern in der Schenke des Zwergen Gump auf. Er kennt sich aus in den Straßen der Stadt. Und die zwölfjährige Hanissa lebt mit ihrer Mutter in der Magischen Universität. Dort lernt sie zaubern - aber heimlich, denn das ist für Mädchen verboten. Sein Hauptquartier hat das Trio in der Drachengasse 13, genau zwischen dem Sitz der Magier und der städtischen Drachenschule.

Perplies und Humberg erzählen ihre Abenteuer mit einem tüchtigen Schuss Humor. Die Kinder treffen auf schräge Kobolde und mürrische Wasserspeier, auf grimmige Zwerge und fiese Schwarzmagier. "Unsere Serie ist konzipiert als Großstadtabenteuer für Fantasy-Kinder", meint Perplies.

Auffällig ist die schöne Ausstattung der Bücher. "Dafür haben wir lange gekämpft", sagt Humberg, "vor allem für die Karte." Sie zeigt die Multikulti-Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Damit fühlt sich der Leser schnell zu Hause in den Gassen von Bondingor. Die Fantasy-Metropole kommt so detailliert, so lebendig und bunt daher, dass es eine Freude ist, durch ihre Viertel zu streifen. Überall riecht es nach Abenteuer, an jeder Ecke lauert ein Geheimnis, und in Gumps Schenke sprudelt die lecker die Erdbeerbrause. Sicher werden Sando, Hanissa und Tomrin noch an den Hof des Elfenkönigs kommen, sie werden den Bau der geheimnisvollen Xix erforschen, durchs Vielvölkerviertel streifen, und irgendwann auch in den verschlossenen Keller der Drachengasse 13 hinabsteigen.

"Wir haben feste Verträge für insgesamt vier Bände", sagt Humberg. Aber die Ideen reichen weiter. "Wir fantasieren wild drauflos." Der Leser ist eingeladen, Perplies und Humberg und ihre wunderbare Welt zu folgen. Alle sechs Monate soll es neue Nachrichten geben aus Bondingor.  Gerd Blase

Bernd Perplies, Christian Humberg: "Drachengasse 13 - Schrecken über Bondingor" und "Giester aus der Tiefe", Schneider-Buch, je 198 S., 8,99 Euro. Unter www.drachengasse13.de finden sich im Internet Neuigkeiten zur Reihe, ein Lexikon, ein Preisausschreiben und vieles mehr.

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