Mainz - Seit einem Jahr bereits sucht die stadteigene Wohnungsgesellschaft vergeblich nach einem neuen Pächter oder Käufer für rund 1200 Quadratmeter auf dem Hartenberg, die wegen ihrer Randlage mitten im Wohngebiet offenbar schwer loszuwerden sind.
Im Januar 2011 lief der Pachtvertrag mit dem heutigen Bürgermeister Günter Beck über den Veranstaltungssaal und das Restaurant in der Alten Patrone aus. Immer noch ist Beck Mieter der Remise mit dem angrenzenden Biergarten. Beides betreibt derzeit sein Sohn.
Angeboten wurden die Räume damals auch Designerin Anja Gockel, die auf dem Areal ihr Atelier hat. Gockel sind die Räume allerdings zu groß. Für ihren neuen, rund 45 Quadratmeter großen Shop nutzt sie ein kleineres Gebäude direkt neben ihrem Atelier. Für die Designerin war rasch klar, dass Theatersaal und Restaurant nichts für sie sind: "Ich bin ja keine Gastronomin. Was soll ich mit so großen Räumen. Da würden sich meine Kunden ja verloren fühlen." Zu dem Konzept ihres Shops gehöre ganz klar, dass es persönlich und gemütlich zugehe.
Seitdem Beck aus Theatersaal und Restaurant raus ist, kann beides für ein- bis zweitägige Veranstaltungen gebucht werden. Nach Angabe von Wohnbau-Geschäftsführer Franz Ringhoffer gibt es hier vier bis sechs Veranstaltungen pro Monat, unter anderem auch vom Congress Centrum Mainz.
Mieterin Anja Gockel würde sich allerdings wünschen, dass mehr Leben auf dem Areal stattfindet. Sie hofft, dass bald ein Pächter gefunden wird. Ihr neuer Shop könnte dazu vielleicht ein Stück beitragen. Beck hatte vor einem Jahr bereits prophezeit, dass es nicht leicht werde, einen neuen Pächter zu finden. Neben der Randlage und der damit fehlenden Laufkundschaft werde erfolgreiches Wirtschaften durch hohe Neben- und Energiekosten erschwert, so Beck damals.
Seit November steht die Alte Patrone nun auch auf Immobilienseiten im Internet. Theatersaal, Restaurant und Remise mit Außengelände werden zum Verkauf oder zur Verpachtung angeboten.. Falls sich jemand fände, der alles kaufen oder pachten wolle, müsse man mit Günter Beck wegen der Remise entsprechend verhandeln, so Ringhoffer. Wie lange der Pachtvertrag mit Beck über das Bistro in der Remise noch läuft, will er nicht sagen.
Im Sommer gab es bereits intensive Verhandlungen der Wohnbau mit einem möglichen Interessenten, die schließlich scheiterten. Ringhoffer: "Wir wurden aus verschiedenen Gründen miteinander nicht einig, deswegen suchen wir jetzt seit November erneut." Das Konzept, mit dem ein Interessent kommt, muss passen, erklärt Ringhoffer. Und das sei nicht so einfach. Über die Höhe der Pacht sagt der Geschäftsführer nichts. Die hänge auch davon ab, wie die Gebäude genutzt werden, und ob und wie viel jemand investieren will. Andrea Wagenknecht