Bad Kreuznacher Jahrmarkt: 2. Bombendrohung am Sonntag

Bad Kreuznach/Mainz - Am Sonntagnachmittag ist erneut eine Bombendrohung gegen den Jahrmarkt in Bad Kreuznach eingegangen. Das teilte die Polizei Mainz mit.

Wie schon am Samstag, kam es am späten Sonntagnachmittag erneut zu einer Bombendrohung per Telefon. Wie Polizeisprecher René Nauheimer auf MRZ-Anfrage mitteilte, kam der Anruf wieder aus dem Ausland und verwendete einen ähnlichen Wortlaut in derselben ausländischen Sprache wie am Tag zuvor. Weitere Angaben möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch noch nicht machen. Ob beide Drohungen von ein und derselben Person ausgesprochen wurden, sei noch unklar.

Keine konkrete Gefahr

Wie Nauheimer weiter berichtet, sei die Polizei nach dem Anruf am Sonntag nicht von einer konkreten Gefährdung ausgegangen. Der Runmel lief daher auch weiter. Trotzdem werden verstärkte Einsatzkräfte, in Zivil und in Uniform, für die Sicherheit auf dem Festgelände sorgen. "Die Streifentätigkeit und unsere Aufmerksamkeit sind natürlich enorm erhöht. Auch die Kripo ist vor Ort", erklärt der Sprecher.

Schock für Tausende

Nach der Bombendrohung am Samstag und der Räumung am Abend war das Gelände am Sonntag wieder freigegeben worden. Inzwischen wurden weitere Details des Vorfalls bekannt. Mehrere Zehntausend Menschen waren am Samstagabend von der Räumung des Geländes betroffen. In einer Pressekonferenz äußerten sich Sprecher der Behörden und Politiker zu den weiteren Plänen. Die Schausteller beklagen unterdessen einen Millionenschaden.

Zum Zeitpunkt des Beginns der Räumung am Samstag um 20 Uhr befanden sich mehrere Zehntausend Menschen auf dem Festgelände Pfingstwiese. In rund einer Stunde war der Platz geräumt. Mit Spezialhunden wurde das Gelände bis nach Mitternacht abgesucht und vor allem die neuralgischen Punkte unter die Lupe genommen.

Keine Bombe gefunden

Dann konnte die Polizei Entwarnung geben: Eine Bombe wurde nicht gefunden. Der Jahrmarkt geht weiter. Am Sonntamorgen drehten sich die Karussells wieder.

Der Mainzer Polizeipräsident Karl-Heinz Weber betonte am Sonntagmorgen bei einer Pressekonferenz: „Die Entscheidung, den Jahrmarkt zu räumen, ist uns nicht leicht gefallen, aber es gab keine Alternative dazu.“

Um 14.05 und 15.25 Uhr am Samstag waren bei der Polizeiinspektion zwei Anrufe in ausländischer Sprache eingegangen, die eine Bombendrohung enthielten. Die Polizei schreibt sie ein und demselben Anrufer zu. Die Entscheidung, den Platz zu räumen, fiel gegen 18 Uhr, erklärte der Einsatzleiter, der Leitende Polizeidirektor Thomas Ebling. Zwei Stunden später hatte die Polizei genügend Einsatzkräfte vor Ort versammelt, um mit der Räumung beginnen zu können.

Panik vermeiden

Zunächst wurde der Zustrom von Menschen auf das Gelände unterbunden. Währendessen gingen Streifen zu Fuß über die Pfingstwiese und forderten Schausteller und Besucher auf, den Platz zu verlassen. Unter allem Umständen sollte vermieden werden, dass eine Panik entsteht, betonten Edbling und Weber. 

Das war auch die größte Befüchtung der Kreuznacher Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer. Doch alles lief sehr diszipliniert ab. Ingsesamt hatte die Polizei mehr als 300 Kräfte aus ganz Rheinland-Pfalz im Einsatz.

Herbe Verluste bei Schaustellern?

Bei der Stadt überlegt man jetzt, wie man den Schaustellern helfen kann. Denn die finanziellen Einbußen am umsatzstärksten Jahrmarkstabend ist für einige exsistenzbedrohend. Der wirtschaftliche Schaden geht nach Angaben des deutschen Schaustellerverbandes in die Millionen. Überlegt wurde zunächst, das Volksfest eventuell um einen Tag bis Mittwoch zu verlängern oder das Abschlussfeuerwerk am Dienstag um eine Stunde nach hinten zu verlegen.

Eine Verlängerung wird es jedoch nicht geben.

Die Vertreter der Stadtspitze, Politiker und Schausteller  fordern die Bürger dazu auf, sich mit den Schaustellern solidarisch zu zeigen und jetzt erst recht "nix wie enunner" zu gehen. ax

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