Mainz - Was man mit eigenen Händen getan, am eigenen Leib erfahren hat, prägt sich am besten ins Gedächtnis ein.
Diese pädagogisch-didaktische Grundregel wendet die Universitätsmedizin bereits seit zehn Jahren im "Skills Lab" an, einem Lernstudio, das eigentlich der Medizinerausbildung vorbehalten ist. Am übernächsten Samstag aber dürfen auch Laien zu OP-Anzug, Mundschutz und Endoskop greifen: Ärzte aus elf operierenden Kliniken der Universitätsmedizin leiten 150 Teilnehmer an, selbst minimal-invasiv, also mit kleinsten Schnitten, einen Blinddarm oder eine Gallenblase zu entfernen, eine Gelenk- oder Bauchspiegelung vorzunehmen oder ein Kiefer-Implantat einzusetzen - freilich nur an Simulationspuppen.
Nach einer Einführung schlüpfen die Teilnehmer in die Rollen sämtlicher Fachkräfte, die auch an einer echten minimal-invasiven Operation beteiligt sind - vom Operateur und dem kameraführenden Chirurgen über den Anästhesisten bis zu Schwestern und Pflegern. Professionell ausstaffiert, durchlaufen diese etwa zehnköpfigen "Operationsteams" dann im stündlichen Wechsel mehrere Stationen - von speziellen Simulatoren, an denen Bauch-OPs geprobt werden, über das "Skills Lab", wo lebensgroße, reaktionsfähige Puppen eine Notfallbehandlung bekommen, bis hin zum Operationsroboter "Da Vinci", der den menschlichen Chirurgen während des Eingriffs unterstützt.
Die Universitätsmedizin möchte mit dieser Veranstaltung im Rahmen des Wissenschaftsjahrs "verdeutlichen, dass Wissenschaft ganz und gar nicht abstrakt bleiben muss", erklärt Privatdozent Dr. Werner Kneist von der Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie. Die Veranstaltung am Samstag. 26. März, beginnt um 11 Uhr im Hörsaal Chirurgie, Gebäude 505 der Universitätsmedizin, und dauert bis 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist aber zwingend erforderlich unter Telefon 06131/17-7771 oder per E-Mail an sdw@unimedizin-mainz.de. Brigitte Specht
Fünf Schwerpunkte fokussiert die Universitäsmedizin in Forschuung und Lehre: Neben der minimal-invasiven Chirurgie sind dies Immunologie, Translationale Neurowissenschaften (Epilepsie), Vaskuläre Prävention (Herzinfarkt), und Tumorbiomedizin (Krebs). Zu allen Schwerpunkten finden im Rahmen von "Stadt der Wissenschaft 2011" Veranstaltungen statt. Termine unter www.unimedizin-mainz.de/presse/termine/oeffentliche-veranstaltungen.html