NBBL - In den Tagen vor diesem Spiel hatte Wolfgang Ortmann vor allem befürchtet, seine Spieler könnten den Gegner unterschätzen.
Die 56-Punkte-Klatsche, die das TBB Junior Team am ersten Spieltag der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) kassiert hatte, barg durchaus die Gefahr, dass die Akteure der SG RheinHessen die Trierer auf die leichte Schulter nehmen könnten. Nach der 71:84 (49:60, 45:44, 22:19)-Niederlage aber mochte Ortmann davon nichts mehr hören.
"Wir brauchen weder darüber noch über andere mögliche Ursachen für dieses Resultat zu reden", sagte der Trainer und gestand. "Ich bin schuld an der Niederlage."
In der Aufbruchshektik am Morgen hatte Ortmann seine Tasche mit den Spielerpässen nicht mit in den Mannschaftsbus genommen, sondern in seinem Auto liegen lassen. Als er den Lapsus bemerkte, war es zu spät, ihn zu korrigieren. "Die Aufregung war groß", berichtete er, "darunter hat die Konzentration gelitten. Die Vorbereitung aufs Spiel war merklich gestört, und das wurde während des Spiels nicht wirklich besser."
Nur zehn der zwölf angereisten SG-Akteure durften letztlich mitwirken (siehe oben: "Fehl-Pass"), und die hätten den Gegner wohl bezwungen, wären sie so zu Werke gegangen wie am ersten Spieltag bei der knappen Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt. "Die Trierer waren zunächst noch sehr verunsichert", sagte Ortmann, "und wären wir vernünftig in die Partie gegangen, hätten wir diese Verunsicherung noch steigern können."
"Mannschaft noch nie so erlebt"
Tatsächlich aber fehlte auch bei seiner Mannschaft der Spielfluss, und davon profitierten die Gastgeber. "Irgendwann fingen die Trierer an zu treffen, und je mehr sie trafen, desto unsicherer wurden meine Jungs", erzählte Ortmann. "So habe ich die Mannschaft noch nie erlebt."
Den Tiefpunkt erreichten die Gäste im dritten Viertel, als sie laut Trainer zwar weiterspielten wie vor der Pause, aber jetzt auch die einfachen Korbleger vergaben. "Es war nicht so, dass die Jungs sich hätten hängen lassen", bescheinigte er seinen Spielern großes Engagement. Allen voran Matthias Weiler: Der Center hatte bis Freitag krankheitsbedingt nicht trainieren können, "aber am Sonntag hat er sich zerrissen", lobte Ortmann. 21 Punkte und elf Rebounds wies die Statistik für Weiler aus, unterm Strich vermochte aber auch dies den Fehlstart der SGR nicht zu verhindern.
Zwei Spiele, zweimal verloren (Ortmann: "Einmal blöd, und einmal geht's auf meine Kappe"): eine unbefriedigende Auftaktbilanz. "Diese Scharte müssen wir in den nächsten Spielen auswetzen."
Peter H. Eisenhuth
SG RheinHessen: Gahr (9), Gahntz, Weiler (21), Datz (1), Rin (4), Haas (2), Krause (4), Dietrich (10/ein Dreier), Flachs (16/3), Johnson (4).