Ringen - Im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft trifft der ASV Mainz 88 auf den KSV Aalen, den Sieger der Ost-Staffel.
Der ASV Mainz 88 hat den dicksten Brocken erwischt: Im Viertelfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft treffen die Mainzer Ringer auf den KSV Aalen, den Sieger der Bundesliga-Ost-Staffel. Das ergab die Auslosung am Samstag in Weingarten. Die 88er haben am Samstag, 19.30 Uhr, zunächst Heimrecht gegen die Mannschaft von der Ostalb. Am 23. Dezember steigt der Rückkampf in Aalen.
Zuschauer sind der Gewinner
"Das ist das ultimative Los", sagte ASV-Cheftrainer Baris Baglan. "Das ist die Viertelfinalpaarung schlechthin. Einen Gewinner gibt es jetzt schon - das sind die Zuschauer." Der Vorverkauf ist bereits angelaufen, die Nachfrage ist groß, seitdem der Gegner feststeht.
Die Mannschaften im Westen werden allgemein zwar stärker eingeschätzt als die Konkurrenz aus dem Osten. Im Vorjahr beispielsweise erreichten alle vier Westvereine das Halbfinale - doch da gehörte der KSV Aalen, der im Halbfinale am späteren Meister SV Weingarten scheiterte, noch zu den Westklubs. Erst vor dieser Saison wurden die Baden-Württemberger in den Osten versetzt.
Dort leisteten sie sich in der Vorrunde zwei Niederlagen. Überraschend unterlagen sie mit 16:18 dem SV Luftfahrt Berlin und verloren knapp mit 16:17 bei Wacker Burghausen. In der Rückrunde blieben die Aalener, Meister des Jahres 2009, ungeschlagen und eroberten am letzten Kampftag durch ein deutliches 29:6 über das Team aus Burghausen die Tabellenführung zurück. Beide Mannschaften waren am Ende punktgleich, und der direkte Vergleich entschied zu Gunsten des KSV.
"Das haben die Aalener taktisch gut gelöst", sagt Baglan. "Sie haben den mit Abstand stärksten Kader im Osten. Sie haben sich ihre Kräfte eingeteilt und gegen Ende der Runde aufblitzen lassen, über welches Potenzial sie verfügen. Es war abzusehen, dass sie es so machen würden."
Vorfreude auf attraktive Begegnung
Beim Mainzer Trainer überwiegt die Vorfreude auf die attraktiven Begegnungen. Dass seine Mannschaft auch einen leichteren Kontrahenten hätte erwischen können, schiebt er beiseite. "Das Ganze ist kein Wunschkonzert", sagt Baglan. "Traditionsgemäß bekommen wir immer den schwersten Gegner. Aber wir haben es durch taktische Varianten geschafft, die Play-offs zu erreichen, und jetzt wollen wir unser Bestes geben und schauen, dass wir so weit wie möglich kommen."
Ein Gutes hat die Auslosung auf jeden Fall. Sollten die 88er das Halbfinale erreichen, gehen sie der RWG Mömbris-Königshofen aus dem Weg. Auf den West-Ersten könnten sie erst im Finale treffen. In der Vorschlussrunde wartet entweder der RV Thalheim oder der KSV Köllerbach. Doch das interessiert Baglan noch nicht. "Jetzt haben wir erst einmal den KSV Aalen vor der Brust", sagt der Cheftrainer. "Wir analysieren den Gegner und konzentrieren uns auf den Kampf am Samstag."
Gert Adolphi