88er Ringer erwarten noch höhere Temperaturen im Hexenkessel

DM-Viertelfinale - Die Vorfreude auf den (vorläufigen) Saisonhöhepunkt wächst. Gleichzeitig steigt die Spannung: Ringen-Bundesligist ASV Mainz 88 empfängt am Samstagabend den KSV Aalen zum ersten Viertelfinalduell um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (Beginn: 19.30 Uhr). Der Sieger der Ost-Staffel kommt zum Vierten der West-Staffel. Und der Kartenvorverkauf läuft auf Hochtouren.

  • Davyd Bichinashvili (rechts) war in der vorigen Saison noch für den KSV Aalen aktiv - am Samstag will der gebürtige Georgier dazu beitragen, dass der ASV Mainz 88 den Grundstein für den Einzug ins Halbfinale legen kann.

    (Foto: Julia Rau)

"Das ist ein tolles Feedback für uns und motiviert auch die Sportler", sagt ASV-Cheftrainer Baris Baglan. Die Mombacher Halle "Am Großen Sand" wird zu einer stimmungsvollen Arena umgebaut. Die Matte wird erhöht auf einem Podest stehen, drumherum werden Tribünen aufgebaut. "Das schafft eine Ring-Atmosphäre", sagt Baglan. "Die Zuschauer werden noch bessere Sichtmöglichkeiten haben." Schon in den normalen Bundesligakämpfen hätten die Fans die Halle in einen Hexenkessel verwandelt. "Jetzt werden wir noch höhere Temperaturen erreichen. Wir sind bestens gewappnet, unsere Gäste zu empfangen."

Platz für mehr als 1600 Zuschauer

Mehr als 1600 Zuschauer finden rund um das Mattengeviert Platz. Der Zuschauerrekord, der in dieser Saison bei knapp über 1000 liegt, wird fallen. Und das Publikum darf sich auf zehn spektakuläre Kämpfe freuen.

Die Aalener, die vor zwei Jahren den Titel gewannen, können alle Klassen mit absoluten Siegringern besetzen. Emzarios Bentinidis und Maciej Balawender (beide 84 Kilo Freistil) sind in dieser Saison ebenso ungeschlagen wie Ramsin Azizsir (84 Kilo Greco), Balint Korpási (74 Greco) oder Marius Atofani (74 Freistil). Gesetzt waren in der Hinrunde, in deren Stilarten-Verteilung am Samstag gerungen wird, die beiden schweren Jungs des KSV: Ralf Böhringer gewann sieben von acht Schwergewichtskämpfen im klassischen Stil, Dato Kerashvili sechs im Freistil des Halbschwergewichts.

Dabei haben die Aalener in der schwächeren Ost-Staffel noch nicht einmal alle Trümpfe ausgespielt. Freistilspezialist Radoslav Velikov trat sechsmal im Federgewicht an (fünf Siege) und einmal auch erfolgreich im Leichtgewicht. Doch international startet Velikov im Fliegengewicht. Nicht auszuschließen, dass er am Samstag als erster Aalener die Matte betritt. Arsen Julfalakyan absolvierte im Welter- und Mittelgewicht bislang nur drei Kämpfe für den KSV. Doch er ist einer der Stärksten bei den Gästen.

Großes leisten unter Druck

"Die Aalener sind, wie ein gutes Pferd, nur so hoch gesprungen, wie sie mussten", erläutert Baglan. "Mit ihrem klaren 29:6-Sieg über Wacker Burghausen am letzten Kampftag der regulären Runde haben sie ansatzweise gezeigt, zu was sie fähig sind." Die Burghausener waren bis dahin Tabellenführer und wurden immerhin punktgleicher Zweiter hinter dem KSV.

Haben die 88er gegen diese Übermannschaft überhaupt eine Chance? Baglan glaubt daran. "Die Aalener haben eine schonende Runde gerungen", sagt der Cheftrainer. "Wir mussten immer ans Limit gehen. Für uns spricht, dass wir bewiesen haben, auch unter Druck Großes leisten zu können. Schwer zu sagen welche Ausgangslage besser ist."

Beide Vereine werden mit der Aufstellung pokern. In welchen Klassen werden die Ausländer eingesetzt, wo kommen die Deutschen und die U-23-Ringer zum Zug? Deshalb lässt sich Baglan auch nicht in die Karten schauen. "Alles was machbar ist, wird auf die Matte gehen", sagt der Cheftrainer. "Unsere Chance liegt in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Die Jungs sind so was von motiviert, dass man es sich kaum vorstellen kann."

Gert Adolphi

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