88er befinden sich in guter Gesellschaft

Bundesliga - Die Entscheidung fiel erst im letzten Kampf. Im  Weltergewicht verlor Olegk Motsalin gegen Krystian Brzozowski. Damit stand die 17:20-Niederlage des ASV Mainz in Adelhausen fest.

  • Zufriedenheit bei Trainer Baris Baglan und Pascal Eisele (links): Der Mainzer Greco-Ringer hielt sich genau an die vorgegeben Taktik und gewann alle Durchgänge gegen Alexander Heit. Foto: Julia Rau

    (Foto: Julia Rau)

Die Enttäuschung, die reguläre Bundesliga-Saison nicht mit einem Erfolg abgeschlossen zu haben, hielt sich bei den 88ern in Grenzen.

Zum einen, weil das sportliche Ziel, die Play-off-Qualifikation, längst erreicht ist. Zum anderen, weil sich die Mainzer in prominenter Gesellschaft befinden. Die 88er sind bereits der Dritte der vier Viertelfinalisten der Westgruppe, die in der Rückrunde gegen die Adelhausener verloren haben. "Ich bin nicht unzufrieden", sagte Baris Baglan. "Ich konnte noch einmal wichtige Erkenntnisse sammeln. Nach einer kurzen Regenerationsphase freuen wir uns auf die Aufgaben, die uns erwarten. Die Jungs sind heiß auf die Herausforderung Play-off."

Belohnung für gute Leistungen

Der ASV-Cheftrainer stellte sein Team wieder ein wenig um. Nach Jungspund Ercihan Albayrak, der in der vergangenen Woche Bundesliga-Luft schnuppern durfte, bekam diesmal Konstantin Druker im Mittelgewicht seine Einsatzchance. Der Neuzugang aus Musberg verfügte zwar schon über Erfahrung in der höchsten Klasse, trat bei den 88ern bislang aber nur in der Oberliga an. Da er dort ungeschlagen geblieben war, war Drukers Auftritt in Adelhausen gleichsam eine Belohnung für seine guten Leistungen. Gegen den international erfolgreichen Edgaras Voitechovskis war Druker allerdings chancenlos.

Statt Kiril Terziev, der die letzten beiden Einsätze im Weltergewicht bestritten hatte, durfte diesmal wieder Motsalin ran. Seine Niederlage gegen den polnischen Olympia-Teilnehmer von 2004 war keine Schande. Zweimal konnte er gegen den Routinier die Zwiegriff-Chance nicht nutzen. "Das war ein ganz knappes Ding", sagte Baglan. Der ASV-Cheftrainer hat jetzt die Qual der Wahl. In der 74-Kilo-Klasse stehen ihm in Motsalin und Terziev zwei starke Ringer zur Verfügung. Wen Baglan in den beiden Viertelfinalkämpfen einsetzt, wird sich auch ein wenig am möglichen Gegner ausrichten. Das macht die Mainzer in dieser Klasse schwerer ausrechenbar.

Siege für die Mainzer steuerten Atmir Khromov (60 Kilo), George Bucur (66 Kilo), Pascal Eisele (74 Kilo) und Stefan Kehrer (120 Kilo) bei. Khromovs Gegner Zsolt Berki war sicherlich nicht der stärkste Einheimische. Der Mainzer Federgewichtler ging nicht auf einen Schultersieg, sondern sammelte fleißig Punkte, so dass am Ende auch ein 4:0-Sieg zu Buche stand. "Er hat stark gerungen - ohne größeres Risiko, aber trotzdem spektakulär", sagte der Trainer. "In der letzten Runde gelang ihm sogar eine Fünferwertung."

Bucurs Kontrahent hatte Übergewicht. Trotzdem wurde gerungen. Auch da wäre ein technisch überlegener Punktsieg herausgesprungen, wenn der Kampf regulär gewertet worden wäre. Pascal Eisele traf wie im Hinkampf auf Alexander Heit. In Mainz hatte Eisele knapp 3:2 gewonnen. In Adelshausen holte er ein glattes 3:0. "Wir hatten uns eine Taktik zurechtgelegt", sagte Baglan. "Die hat er eins zu eins umgesetzt. Er sollte den Kampf im Stand entscheiden." In der ersten Runde gelang dem Greco-Mann der 88er mit einem Hüftangriff eine technische Wertung. In der Unterlage ließ Eisele keine Wertung zu und gewann alle Durchgänge 1:0.

Stefan Kehrer baute seinen Bilanz durch den 3:0-Sieg über Viktor Reh auf 6:2 aus. "Er ist bestens präpariert für künftige Aufgaben", sagte der Trainer.

Disqualifiziert wegen Beinarbeit

Eine Niederlage von Dominique Engel gegen Vizeweltmeister Damian Janikowski mussten die 88er einkalkulieren. Beinahe wäre es beim 0:3 geblieben. Doch kurz vor Ende der dritten Runde wurde Engel wegen Beinarbeit disqualifiziert und gab vier Punkte ab. Keine Vorwürfe seitens Baglan gab es auch an Robin Ferdinand für dessen 0:3-Niederlage gegen den ehemaligen Kaderathleten Andreas Fix. Für das 2:3 von Tahir Zaidov gegen Vyugar Ragijmov, den amtierenden Vize-Europameister, spendete der Trainer sogar ein Extralob. "Das war ein richtig starker Kampf", sagte Baglan. "Er hat eine Topleistung abgerufen." Wladimir Berenhardt rang im Stand aggressiv, gewann damit aber nur eine Runde. Als aktiverer Kämpfer entschied er sich in der vierten Runde für die Oberlage - ohne Wertung. "Wenn er durchgekommen wäre, wäre es noch spannend geworden", sagte Baglan.

Gert Adolphi

Die Statistik - 55 (G): Vyugar Ragijmov 3:2-Punktsieg gegen Tahir Zaidov (0:1, 3:0, 0:1, 2:0, 1:0); 3:2; 120 (F): Viktor Reh 0:3-Punktniederlage gegen Stefan Kehrer (0:2, 1:3, 0:2); 3:5; 60 (F): Zsolt Berki technische Punktniederlage gegen Atmir Khromov (0:6, 0:6, 0:7); 3:9; 96 (G): Andreas Fix 3:0-Punktsieg gegen Robin Ferdinand (1:0, 3:0, 2:0); 6:9; 66 (G): Florian Hassler 3:1-Punktsieg gegen Wladimir Berenhardt (1:0, 1:2, 2:0, 1:0); 9:10;

84 (F): Edgaras Voitechovskis technischer Punktsieg gegen Konstantin Druker (4:0, 6:0, 6:0); 13:10; 66 (F): Denis Grether 0:4-Niederlage wegen Übergewicht gegen George Bucur (1:2, 1:7, 1:9); 13:14; 84 (G): Damian Janikowski Disqualifikationssieg gegen Dominique Engel (1:0, 5:0, 3:0); 17:14; 74 (G): Alexander Heit 0:3-Punktniederlage gegen Pascal Eisele (0:1, 0:1, 0:1); 17:17; 74 (F): Krystian Brzozowski 3:0-Punktsieg gegen Olegk Motsalin (1:0, 1:0, 1:0); 20:17.

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