ASV 88: Mattenleiter erkennt Schultersieg von Kiril Terziev nicht an

Bundesliga - Der ASV Mainz 88 schrammt beim 15:16 beim Deutschen Vizemeister RWG Mömbris-Königshofen nur knapp an einem Remis vorbei.

  • Atmir Khromov (rechts) lief in eine Konteraktion seines Gegners, der Mattenleiter entschied gegen den Mainzer Federgewichtler sofort auf Schulterniederlage. Das regte Trainer Baris Baglan auf. Foto: Archiv/Harry Braun

    (Foto: Harry Braun)

Kiril Terziev stand kurz davor, sein Comeback zu krönen. Der Weltergewichtler des ASV Mainz 88 hatte im abschließenden Kampf in der Bundesliga-Begegnung bei der RWG Mömbris-Königshofen seinen Kontrahenten Kakhaber Khubezhty Mitte der ersten Runde in eine gefährliche Lage gebracht. Nicht nur die Mainzer Anhänger und die Betreuer in der Ecke der 88er sahen den RWG-Freistilringer schon auf beiden Schultern. Die einheimischen Zuschauer, die beste Sicht hatten, empfanden es ähnlich. Denn es wurde ganz ruhig in der Halle.

Nur Mattenleiter Michael Faller hatte offensichtlich eine andere Perspektive, denn er ließ weiterkämpfen. Mit einem Schultersieg hätte Terziev seinen 88ern noch ein Unentschieden beim Deutschen Vizemeister beschert. Doch so reichte es nur zum 3:0-Punktsieg für den Weltergewichtler. Und der ASV Mainz 88 verlor mit 15:16.

Option für die Play-offs

Erst in dieser Woche war die einjährige Sperre Terzievs abgelaufen. Er durfte gleich ran und ersetzte im Auswärtskampf Olegk Motsalin. Dass Terziev für die Play-off-Runde eine Option sein kann, bewies er auf Anhieb. Sein Sieg war eine Empfehlung für weitere Einsätze. Es war nicht der einzige Kampf, in dem die Mainzer mit dem Mattenleiter haderten. Im Federgewichtskampf im freien Stil hatte Faller schon einmal für Verunsicherung gesorgt.

In Konteraktion gelaufen

Der 88er Atmir Khromov war in eine Konteraktion seines Gegners Vladimir Dubov gelaufen, als der Unparteiische zur großen Überraschung der meisten abklopfte. "Es kann sein, dass die Aktion über beide Schultern gegangen ist", räumte Baris Baglan ein. "Aber eine Fixierung war nicht zu erkennen."

Der Mainzer Cheftrainer kommentiert die Leistungen der Mattenleiter grundsätzlich nicht. Doch da solche umstrittenen Beurteilungen von Szenen in dieser Saison nicht zum ersten Mal auftraten, setzt Baglan auf ausgleichende Gerechtigkeit in der Zukunft. "Mit solchen Entscheidungen müssen wir leben", sagte der Cheftrainer. "Ich hoffe aber, dass bei solch kniffligen Situationen auch einmal zu unseren Gunsten gewertet wird."

In Mömbris gab der Ausgang dieser beiden Kämpfe den Ausschlag. Gut nur, dass die Auswirkungen gering sind. Denn beide Mannschaften waren bereits zuvor für das Viertelfinale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft qualifiziert. Trotzdem standen sich noch einmal hochkarätige Aufstellungen gegenüber.

Auf Seiten der Gastgeber fehlte wegen einer Meniskusverletzung wie in den vorangegangenen Begegnungen der Leichtgewichtler Saba Bolaghi. Die Mömbriser schöpften den erlaubten Ausländeranteil voll aus. Die Mainzer verzichteten neben Motsalin nur noch auf Daigoro Timonchini und brachten acht Deutsche auf die Matte.

"Es war ein sehr enger Kampf auf hohem Niveau", bilanzierte Baglan. "Unsere Gesamtleistung war sehr gut. Wir haben 15:16 beim deutschen Vizemeister verloren. Es ist nichts Schlimmes passiert. Wir konnten erhobenen Hauptes von der Matte gehen." Neben Terziev gewannen auch Stefan Kehrer (120 Kilo), Wladimir Berenhardt und George Bucur (beide 66 Kilo) ihre Kämpfe.

Nur eine Runde abgegeben

Kehrer gab gegen Ioannis Arzoumanidis, dem WM-Dritten von 2010, nur die erste Runde ab. Er holte sich zwar Schrammen am Gesicht und Nacken, sicherte sich mit Beinangriffen aber die nötigen Wertungspunkte. Berenhardt tankte mit seinem glatten 3:0-Sieg Selbstvertrauen für künftige Aufgaben. Bucur war Tim Heininger, einem Nachwuchsmann, deutlich überlegen. Tahir Zaidov unterlag wie im Hinkampf seinem Bruder Ceyhun, gab aber diesmal keine Wertung ab, so dass der Kampf nur 0:1 gewertet wurde.

Gleiches galt für Pascal Eisele. Einen weiteren knappen Kampf verlor Davyd Bichinashvili nach 2:0-Führung mit 2:3. Lediglich Robin Ferdinand und Patrick Nuding unterlagen 0:3.

Gert Adolphi

Die Statistik:

55 (G): Ceyhun Zaidov 1:0-Punktsieg gegen Tahir Zaidov (0:1, 1:0, 1:0, 1:0); 1:0; 120 (F): Ioannis Arzoumanidis 1:3-Punktniederlage gegen Stefan Kehrer (1:0, 0:3, 0:3, 0:1); 2:3; 60 (F): Vladimir Dubov Schultersieg gegen Atmir Khromov (2:0); 6:3; 96 (G): Vladislav Metodiev 3:0-Punktsieg gegen Robin Ferdinand (3:0, 2:0, 1:0); 9:3; 66 (G): Jens Rung 0:3-Punktniederlage gegen Wladimir Berenhardt (0:7, 0:1, 0:1); 9:6.

84 (F): Michail Ganev 3:2-Punktsieg über Davyd Bichinashvili (0:1, 0:1, 1:0, 4:0, 3:0); 12:8; 66 (F): Tim Heininger technische Punktniederlage gegen George Bucur (0:5, 0:4, 0:5); 12:12; 84 (G): Jim Pettersson 3:0-Punktsieg gegen Patric Nuding (1:0, 1:0, 2:0); 15:12; 74 (G): Benjamin Stange 1:0-Punktsieg gegen Pascal Eisele (1:0, 1:0, 1:0); 16:12; 74 (F): Kakhaber Khubezhty 0:3-Punktniederlage gegen Kiril Terziev (1:3, 0:1, 0:3); 16:15.

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