Erfolgreichste Runde seit vier Jahrzehnten für die 88er

Saisonfazit - Eine durchweg positive Bilanz zogen Professor Eckhard Pick und Baris Baglan, der 1. Vorsitzende und der Cheftrainer des ASV Mainz 88, nach dem knapp verpassten Finale um die deutsche Ringer-Mannschaftsmeisterschaft.

  • Für ASV-Trainer Baris Baglan war die Saison einzigartig.

    (Foto: Michael Bellaire)

Wie erlebten Sie den Freitagabend, die volle Halle, die Atmosphäre, die Spannung?

Pick: Es war ein Wechselbad der Gefühle, Spannung pur mit allen Emotionen. Es war ein besonderes Erlebnis.

Baglan: Ich bin seit 1981 in diesem Verein. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir einmal eine so volle Halle mit einer solchen Atmosphäre hatten. Wir sind unheimlich froh über die Resonanz in der Stadt und der Region. Es war sehr emotional. Es wird für mich ein unvergesslicher Abend bleiben.

Ab wann glaubten Sie nicht mehr an das Erreichen des Finales?

Baglan: Als positiv denkender Mensch und in meiner Vorbildfunktion als Trainer habe ich bis zum Schluss gehofft und daran geglaubt. Wir haben uns erbittert gewehrt, aber am Ende die Kurve nicht ganz bekommen.

Wie groß ist die Enttäuschung über den verpassten Endkampf?

Baglan: Wenn man so kapp davorsteht, ist es natürlich enttäuschend, das Finale zu verpassen. Wir saßen noch lange im Vereinsheim zusammen und haben uns relativ schnell vor Augen geführt, was wir sportlich geleistet haben. Auch das Feedback von den Fans war positiv. Es gab keine Vorwürfe. Alle haben uns Mut gemacht.

Der ASV hat das Finale verpasst. Sportlich ist das bedauerlich. Hat der ASV dadurch aber ein finanzielles Wagnis vermieden?

Pick: Das Risiko wäre nur in der Mombacher Sporthalle tragbar gewesen. Es gab Signale von der Stadt, dass wir bauliche Veränderungen - das betrifft vor allem die Fluchtwege - hätten vornehmen können, um das Fassungsvermögen zu vergrößern. Im Blick auf die Zukunft werden wir weitere Gespräche führen.

Wie fällt Ihr Saisonfazit in sportlicher und wirtschaftlicher Sicht aus?

Pick: Sportlich war es die erfolgreichste Saison seit fast vier Jahrzehnten. Wirtschaftlich war das Erreichen des Halbfinales eine gute Sache. Wenn wir abgerechnet haben, werden wir wissen, ob wir etwas dabei gewonnen haben.

Baglan: Es gab viele Sachen, die einzigartig waren in dieser Saison. Da ist einiges zusammengewachsen im zwischenmenschlichen Bereich. Das stärkt den Teamgeist.

Waren Sie insgesamt mit der Zuschauerresonanz zufrieden?

Pick: Der Freitagabend war exorbitant. So würde ich es mir die ganze Saison über wünschen. Ich weiß, dass das illusorisch ist. In der Vorrunde gab es nur zwei, drei Mannschaften, die offensichtlich interessant waren. In den anderen Kämpfen war die Resonanz für uns eher bedrückend.

Wie geht es 2012 weiter? Kann sich der ASV erneut eine so gute, aber auch teure Mannschaft leisten?

Pick: Gegen den Begriff "teure Mannschaft" bin ich etwas allergisch. Der Kader hat weniger gekostet als der des Vorjahres. In der Vorstandssitzung in der kommenden Woche lassen wir das Ereignis erst einmal auf uns wirken. Etwas Abstand tut gut. Wir wissen aber, dass die Zeit drängt. Aus meiner Sicht müssen wir uns über neue Strukturen im Verein unterhalten.

Das Gespräch führte Gert Adolphi

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