Am Ende könnten die Brettpunkte es richten

TSV Schott spielt 4:4 gegen top besetzte SvG Saarbrücken und blickt der Zweitliga-Schlussphase zuversichtlich entgegen.

  • Das Grübeln hat sich gelohnt: Oleg Krivonosov gelang am achten Brett der einzige Sieg gegen die SvG Saarbrücken, womit der Lette dem TSV Schott Mainz ein 4:4 sicherte. Foto: Bernd Eßling

    (Foto: Bernd Eßling)

Auf den ersten Blick war es kein Wunschergebnis. Das 4:4 gegen die SvG Saarbrücken ließ den TSV Schott Mainz in der Zweiten Schach-Bundesliga Süd zwar wieder auf den vierten Platz vorrücken. Aber mit jetzt sechs Mannschaftspunkten bleibt das Team von Spielertrainer Zigurds Lanka nur zwei Zähler vor den Abstiegsrängen - und an den noch ausstehenden drei Spieltagen geht es unter anderem gegen Tabellenführer SV Griesheim (12) und den drittplatzierten SC Böblingen (7).

Dass Erich Siebenhaar dennoch nicht unzufrieden mit dem Unentschieden gegen die einen Punkt schlechter dastehenden Saarländer war, erklärt sich unter anderem aus deren Aufstellung. "Die haben alles auf eine Karte gesetzt und sind in Bestbesetzung angetreten. Mit allen mit Franzosen." Die Süffisanz im Ton des Schott-Managers klang, als wollte er ein "Schön blöd" hinterherschieben.

"Na ja", sagte Siebenhaar, "als besonders schlau würde ich das nicht bezeichnen." Sinnvoller wäre es in seinen Augen gewesen, hätten die Saarbrücker gegen schwächere Gegner ihre (teureren) Topleute an die Bretter geschickt. Aus zwei Gründen: "Da hätte es ihnen wirklich etwas genutzt, und nicht nur einen Punkt gebracht." Mit dem Unentschieden in Mainz aber habe die SvG im schlimmsten Fall dazu beigetragen, den TSV Schott mit in die Oberliga zu ziehen. "Und damit wären sie dann nächste Saison beim Versuch, wieder aufzusteigen, nicht konkurrenzlos..."

Die Punkteteilung gegen die SvG Saarbrücken sei das logische Resultat einer insgesamt von Beginn an ausgeglichenen Begegnung gewesen. "So, wie die Partien gelaufen sind, war höchstens an zwei Brettern ein anderer Ausgang denkbar", berichtete Siebenhaar.

Zigurds Lanka habe an Position drei gegen Christophe Philippe etwas Glück gehabt, dass es zu einem halben Punkt reichte. "Dafür hatte Harry Gohil ein bisschen Pech", sagte der Manager. Gohil unterlag am fünften Brett Herbert Bastian, obwohl die Stellung lange auf ein Remis hindeutete. Es war die einzige Mainzer Niederlage; den einzigen Mainzer Sieg landete Oleg Krivonosov an Brett acht gegen Denis Müller, und sorgte dadurch dafür, dass sein Chef den nächsten Wochen recht entspannt entgegenschaut.

"Die Situation ist nicht so schlimm, wie sie vielleicht aussieht", betonte Erich Siebenhaar. "Ich gehe davon aus, dass wir in der Liga bleiben, weil uns am letzten Spieltag zu 95 Prozent die Punkte hinterhergeworfen werden." Dann nämlich treten die Schottler beim derzeit fünftplatzierten SC Schwegenheim an, "und die werden bis dahin den Klassenverbleib sicher haben und aus Kostengründen nicht die beste Mannschaft aufstellen".

Selbst Teilerfolge in Böblingen oder am vorletzten Spieltag gegen Aufstiegsfavorit SC Griesheim traut Siebenhaar seinen Akteuren zu. "Die Griesheimer haben schon jetzt nur das Auto aus Polen angefordert, das aus Ungarn ist zu Hause geblieben", erläutert der Schott-Manager. "Diesmal hatten sie drei Deutsche eingesetzt. Wenn auch gegen uns an drei oder vier Brettern keine Ausländer sitzen, können wie sie schlagen."

Und Siebenhaar hat noch ein Szenario parat, nach dem der TSV Schott dem Abstieg sogar trotz dreier Niederlagen an den letzten Spieltagen entgehen könnte. "Mit 25½ Brettpunkten stehen wir ziemlich gut da. Ein paar werden ganz sicher noch hinzukommen, weil wir schwerlich dreimal 0:8 verlieren. Und dann können am Ende auch unsere sechs Mannschaftspunkte für den Klassenverbleib reichen." Peter H. Eisenhuth


Die Statistik:

TSV Schott Mainz - SvG Saarbrücken 4:4

1. Balcerak - Brunner ½:½; 2. Dann - Wirig ½:½; 3. Lanka - Philippe ½:½; 4. Bewersdorff - Kuklin ½:½; 5. Gohil - Bastian 0:1; 6. Schenderowitsch - R. Müller ½:½; 7. Kienast - Paci ½:½; 8. Krivonosov - D. Müller 1:0.

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